1. Bestandsaufnahme
Finanzrahmen abstecken
Womit beginnen Sie bei der Finanzierung Ihres Eigenheims?
Das A und 0 ist das Abstecken der eigenen Finanzen. Hier liegt die Grenze, um keinen finanziellen Risiken zu erliegen. Nach einem umfangreichen Kassensturz, bei dem das Vermögen genauestens aufgenommen wird, gilt es einzuschätzen, welches Geld wann und wie verfügbar ist. Und wie sieht es mit möglichen wichtigen Anschaffungen - ein neues Auto, die neue Küche - aus?
Vorsicht bei Eigenleistungen
Rechnen Sie sich nicht durch ,,Eigenleistungen" (auch Muskelhypothek genannt) reich. 20.000,- bis 30.000,- EURO können am Bau in Eigenarbeit an Lohnkosten gespart werden, wenn man handwerklich geschickt ist und die Kondition hat. Höhere Beträge sind in den meisten Fällen fraglich.
Nie das Einkommen ganz verplanen
Prüfen Sie auch Ihr frei verfügbares Einkommen. Eine detaillierte Aufstellung des Nettoeinkommens abzüglich aller Ausgaben im Jahr verplanen sowie des benötigten Haushaltsgeldes, umgerechnet auf Monatsbasis, zeigt Ihnen Ihren wirklichen Spielraum für die künftige Finanzierung. Lassen Sie dabei das 13. oder 14. Gehalt für Urlaub und Anschaffungen außen vor. Falls Sie derzeit zur Miete wohnen, nehmen Sie diese bitte nicht in die Rechnung mit auf. Stattdessen müssen die künftigen monatlichen Nebenkosten für das Wohneigentum bedacht werden. Als Faustformel lassen sich 4,-EURO pro qm Wohnfläche annehmen. Wenn Sie diese Kosten berücksichtigen, haben Sie Ihr für die Kreditbelastung tatsächlich frei verfügbares Einkommen. Bedenken Sie aber unbedingt, dass die Kreditzahlungen langfristig sind! Manche Kredite sind erst nach über dreißig Jahren ganz abbezahlt. Kalkulieren Sie daher nicht zu knapp. Gehen Sie davon aus, dass lieb gewonnene Lebensgewohnheiten meist nicht ohne weiteres zurückzunehmen sind.
Sicherheit durch Voraussicht
An dieser Stelle sollten Sie sich auch Ihre Familien- und Berufsplanung vergegenwärtigen. Können Sie (als Ehepaar) immer über zwei Einkommen verfügen? Sind zum Beispiel Kinder geplant? Wie lange bleiben die Kinder noch im Haushalt? Sinkt in den nächsten Jahren das Haushaltseinkommen durch das anstehende Rentenalter oder sind Sie in einem Alter, wo Sie beruflich noch deutliche Gehaltssteigerungen erwarten können? All diese Punkte wirken sich darauf aus, ob Ihre Finanzierung langfristig sicher ist. Richten Sie Größe und Preis Ihres Eigenheims nach diesem Rahmen aus. Rechnen Sie auch einmal mit der Situation einer Arbeitslosigkeit und ähnlichem. Planen Sie für solche Fälle auch Reserven ein! Und lassen Sie sich von Steuerersparnissen nicht blenden! Eine Baufinanzierung sollte sich auch ohne die möglichen Steuervorteile tragen. Die Steuervorteile müssen später meist ungeplante Kosten decken. Sie sind folglich für Sie eine ,,Sicherheitsmarge". Nachdem Sie festgestellt haben, wie viel Geld Sie tatsächlich frei zur Verfügung haben und wie vorsichtig Sie mit Ihrem Einkommen planen müssen, beginnt die eigentliche Finanzierungsüberlegung.
Vorhandenes einbauen
Wenn bereits ein Bausparvertrag zur Zuteilung ansteht oder demnächst eine Kapitallebensversicherung ausgezahlt wird, setzen Sie diese mit in Ihre Finanzierung ein. Vielleicht gibt Ihnen ja auch Ihr Arbeitgeber ein kleines Darlehen.



