28.04.16 - Regelung der Erbfolge bei Unreife der Kinder

Bei Kindern, die etwas erben, bevor sie die nötige Reife haben, um mit größeren Vermögenswerten umzugehen, besteht die Gefahr, dass das Erbe vertan wird.

Frage: Mein Mann ist selbständiger Unternehmer, und wir haben uns ein beachtliches Vermögen schaffen können. Besonders unser vor 25 Jahren gekauftes Hausgrundstück ist sehr im Wert gestiegen. Wir wollen nun ein Ehegattentestament machen, in welchem wir uns gegenseitig zu alleinigen Erben einsetzen. Unsere Kinder sollen erst erben, wenn wir beide gestorben sind. Bis dahin sind sie aller Voraussicht nach wohl alt genug, um zu wissen, wie man mit solchem Vermögen umgeht. Aber nun lassen Sie den Fall eintreten, dass sowohl mein Mann als auch ich beispielsweise durch einen Verkehrsunfall ums Leben kommen und unseren Kindern plötzlich ein Vermögen zufällt, mit dem sie aufgrund ihres jugendlichen Alters noch nicht vernünftig umgehen können. Kann man irgendwie verhindern, dass das Vermögen aufgrund eines leichtsinnigen Umgangs alsbald zerronnen ist?

Antwort: Sollten Sie und Ihr Ehemann verstorben sein, solange ein Kind noch minderjährig ist, bekommt dieses einen Vormund. Es kann also über das Ererbte erst verfügen, wenn es volljährig ist. Wenn nun aber die Kinder volljährig geworden sind, endet die Vormundschaft. Dann besteht in der Tat die Gefahr, dass die Kinder aufgrund fehlender Reife über das Vermögen Verfügungen treffen, die sie später, wenn es vielleicht wirklich zu spät ist, bereuen würden. So könnten die Kinder auch ohne weiteres das Hausgrundstück verkaufen. Gerade bei unerfahrenen jungen Menschen besteht obendrein die Gefahr, dass sie zu Opfern irgendwelcher dubioser „Berater“ werden können, die ihnen vorgaukeln, das vorhandene Vermögen wundersam vermehren zu können. Angesichts solcher Erfahrungen ist zu empfehlen, eine Testamentsvollstreckung anzuordnen  und gleichzeitig eine Klausel in das Testament aufzunehmen, derzufolge der Nachlass solange nicht auseinandergesetzt wird, bis die Kinder ein bestimmtes Lebensalter - beispielsweise 25 Jahre - erreicht haben. Die Kinder könnten dann auch nicht unter Umgehung des Testamentsvollstreckers das Haus verkaufen. Denn nur der Testamentsvollstrecker darf über die Erbschaft verfügen. Und was das Haus anbetrifft, wird dies im Grundbuch vermerkt.

(Näheres hierüber unter den Stichwörtern „Ehegattentestament“, und „Testamentsvollstreckung“ in dem von Fricke/Märker/Otto verfassten Wörterbuch „Erbrecht von A-Z“, welches im Verlag Karl Alber in Freiburg erschienen und für 8 € im Buchhandel erhältlich ist. Weitere Informationen auch im Internet unter www.dr-fricke-partner.de)

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